Bereits 20% der Suchanfragen kommen heute per Sprachsteuerung bei Suchmaschinen an – die sogenannte Voice Search soll laut einer Studie des Marktforschungsunternehmens Comscore bis 2020…
GEO (Generative Engine Optimization) ist in aller Munde. Es geht um Sichtbarkeit in KI-gestützten Suchsystemen – in Sprachmodellen (LLMs) wie z.B. ChatGPT, Claude, Perplexity, Gemini – und natürlich im Google AI Overview oder AI Mode. „Das ist doch nur für die Großen“, denkt vermutlich so mancher Mittelständler und rechnet sich kaum Chancen aus, hier etwas bewegen zu können.
Weit gefehlt. Die Arbeitsweise von LLMs bietet kleinen und mittelständischen, oftmals familiengeführten Unternehmen ungeahnte Chancen. Bei KI-gestützten Sprachmodellen verfangen nicht die großen Namen oder der größte Bekanntheitsgrad, sie lassen sich nicht von markigen Werbeslogans verführen. Sie suchen nach Antworten auf Fragen, auf Basis von Inhalten, die glaubwürdig und vertrauensvoll erscheinen. Hier entscheidet die (digitale) Reputation.
Wie erscheine ich nun glaubwürdig und vertrauensvoll für Sprachmodelle? Gerade kleine und mittelständische Unternehmen sind vielfach spezialisierte Nischenanbieter – Hidden Champions – mit echtem Expertenwissen und tiefgreifender Erfahrung. Aus verschiedensten Gründen fehlt es aber an der Dokumentation dieses Wissens, das in der Folge auch nicht PR-technisch aufbereitet oder für Marketingzwecke genutzt wird. Und damit im Netz unsichtbar bleibt. Frei nach dem Motto „Tue Gutes und rede darüber“ lässt sich aber auch Abhilfe schaffen. Unternehmenskommunikation und (digitale) Pressearbeit erzeugen einerseits Aufmerksamkeit, sind aber auch die Basis für den Auf- und Ausbau einer (digitalen) Reputation – gerade in Zeiten von KI-gestützten Sprachmodellen.
Nach der Entscheidung, welche Kanäle man nutzen (und pflegen!) möchte, lässt sich mit Fachpublikationen, Advertorials, Whitepapers, Kundenreferenzen, Blogs, Präsenz in Listicles sowie Vergleichs- und Bewertungsportalen auf den „guten Ruf“ einzahlen. Dabei ist die Pflege der gewählten Kanäle essenziell, denn Sprachmodelle bevorzugen Inhalte, die von unterschiedlichen Quellen gleichermaßen bestätigt werden, konsistent positioniert sind und sich damit als glaubwürdig erweisen. Es reicht also nicht, wenn nur das Unternehmen selbst nach der Devise handelt “Tue Gutes und rede darüber”, die Krönung ist, wenn andere Quellen bestätigen, dass man tatsächlich Gutes tut.
Was also früher unter Umständen mit einem leichten Lächeln in die Marketingabteilung „abgeschoben“ wurde, wird nun zu Chefsache. Es geht schließlich um den guten Ruf, der über die Sichtbarkeit in KI-Systemen entscheidet. Denn nur wer vertrauenswürdig und kompetent erscheint, ist sichtbar und kann im richtigen Moment im Customer Journey punkten.
Während früher in klassischen Suchmaschinen über die Eingabe von Suchbegriffen Trefferlisten erschienen, die zunächst auf faktische Eignung für die Anforderung überprüft, mit Referenzen und Fachportalen verglichen werden mussten, und so relativ mühsam eine Einordnung möglicher Anbieter erreicht werden konnte, so reicht heute eine Frage an ein LLM. Dieses antwortet meist mit eingehenderen Nachfragen zu besonderen Attributen, mit denen die Anfrage konkretisiert wird. Eine Liste potenzieller Anbieter wird kuratiert ausgegeben – mit Empfehlung und Einordnung hinsichtlich der Passgenauigkeit des Angebots auf die abgefragten Anforderungen. Und genau hier liegt der Knackpunkt: aus Trefferlisten werden individuelle, bedarfsorientierte Empfehlungen. Damit wird das Sprachmodell zum Vermittler zwischen Nutzer (Kundenwunsch) und Anbieter (Produkt, Unternehmen, Dienstleistung). Wenn dieser Vermittler nicht mit ausreichend belastbaren Daten gefüttert wurde und kein Vertrauen in das Unternehmen gewinnen konnte, kann er das Unternehmen nicht sichtbar machen und schon gar nicht empfehlen.
In diesem Knackpunkt liegt für KMU gleichzeitig die große Chance: LLMs suchen nach Antworten ohne Rücksicht auf die noch so kleine Nische, in die die Frage passt. Wer die Antwort liefern kann, als glaubwürdig erkannt wird, der wird hier wahrgenommen, zitiert und auch empfohlen. Darüber entscheidet an dieser Stelle nicht die Unternehmensgröße.
Laut einer Stanford-Studie ist „generative KI die am schnellsten adaptierte, digitale Basistechnologie der vergangenen Jahrzehnte“. Der Einsatz und Nutzung von KI – insbesondere als Sprachmodell – ist niedrigschwellig, einfach zu bedienen und wird immer mehr Teil des täglichen Lebens und somit auch Teil des Customer Journey.
Gartner kommt in einer Studie zu dem Ergebnis, dass nur rund ein Drittel der Nutzer Sprachmodelle als gleichwertigen Ersatz für klassische Suchmaschinen sehen. LLMs ersetzen also (noch nicht) die klassische Suche, aber sie erweitern aber den Horizont des Nutzers und verhelfen so zu einer intensiveren, breiteren Recherche unter Berücksichtigung detaillierterer Parameter. Diese Nutzer kommen also mit sehr viel umfangreicherem Wissen auf die Unternehmensseite, um eine fundiertere Entscheidung zu treffen.
Für diese fundamental veränderte Customer Journey bedarf es Inhalten, die sowohl für klassische Suchmaschinen als auch für KI-Systeme optimiert sind. Diese Inhalte müssen echten Mehrwert bieten, spezifisch auf Problemlösungen zugeschnitten sein und konsistent über alle Kanäle – stets aktuell – verbreitet werden. Die Kür liegt in der Bestätigung dieser Inhalte durch Dritte. So entsteht eine vertrauenswürdige Reputation.
Eine weitere Herausforderung liegt in der Tatsache, dass sich die Messung des Erfolgs nicht mehr so einfach über Klickzahlen berechnen lässt. Nichtsdestotrotz gibt es Tools, mit denen sich die Sichtbarkeit in KI-gestützten Sprachmodellen, monitoren lässt. Aber das ist ein weiteres, umfangreiches Thema…
Sie sind ein kleines, mittelständisches Unternehmen und suchen Unterstützung bei GEO, um in KI-Suchmaschinen sichtbar zu sein? Kontaktieren Sie uns!
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