Digitale Pressekonferenzen – lohnenswert im B2B?

Einst war sie das Herzstück der klassischen Pressearbeit – die jährliche Pressekonferenz. Hier konnten die Neuigkeiten der Firma präsentiert, Kontakte zu Journalisten aufgefrischt und Networking betrieben werden. Nicht erst seit Corona sinken allerdings die Teilnehmerzahlen auf Pressekonferenzen stetig. Zeitmangel, Kosteneinsparungen – die Redaktionen können es sich oftmals nicht mehr leisten, einen Redakteur anreisen zu lassen. Und für die Unternehmen lohnt es sich kaum, den Organisations- und Kostenaufwand für eine Handvoll Pressevertreter zu betreiben.

Warum nicht eine Online Pressekonferenz?

Seit einigen Monaten gehören Videokonferenzen zum Berufsalltag von Unternehmen und Redaktionen, reale Treffen sind zur Seltenheit geworden. Was spricht also dagegen, auch die Pressekonferenz in der digitalen Welt anzusiedeln – und so einer größeren Anzahl an Journalisten zu ermöglichen, virtuell teilzunehmen? In der Praxis ist häufig die mangelnde Erfahrung mit dem Live-Format ein Hindernis. Wie läuft ein solches Event also ab?

Der Ablauf einer digitalen Pressekonferenz

1. Einladung ausgewählter Journalisten mit Link zum Livestream

2. Durchlaufprobe am Vortag mit einigen typischen (kritischen) Fragen

3. Während der Pressekonferenz Vorstellung der Unternehmensnews (ca. 1/3 der Zeit) mit anschließender Frage-/Antwort Runde für Journalisten (ca. 2/3 der Zeit)

4. Digitaler Versand der Inhalte (Pressemitteilungen, Antworten auf die gestellten Fragen, Fotos)

Wie bei jeder Live-Veranstaltung gibt es auch bei digitalen Pressekonferenzen einiges zu berücksichtigen und zu planen. Was sollte also bei der Vorbereitung und Durchführung beachtet werden?

Die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Online Pressekonferenz

  • Die Rahmenbedingungen: es sollte eine passende Räumlichkeit, z.B. mit Greenscreen sein. Spannend kann auch ein typischer Ort im Unternehmen sein, z.B. in der Produktion (wenn dort die Geräuschkulisse entsprechend reduziert werden kann). Eigens abgestellte Techniker sollten für eine gute Beleuchtung, Ton sowie entsprechende Kameratechnik sorgen.
  • Die Technik: um vor peinlichen Übertragungspannen gefeit zu sein und den Journalisten die reibungslose Teilnahme zu ermöglichen, muss das Streaming funktionieren. Es sollte auch immer eine Backup-Lösung existieren, z.B. das schnelle Umswitchen auf eine Telefonkonferenz.
  • Das Team: sowohl vor als auch hinter der Kamera sollte ein eingespieltes Team am Werk sein. Neben dem/den Geschäftsführer/n oder Leitern einzelner Bereiche empfiehlt sich ein externer Moderator, der souverän durch die Veranstaltung führt. Je nach Erfahrung macht ein Kamera- und Interviewtraining für die unternehmensinternen Sprecher Sinn.
  • Der Ablaufplan: für das Live-Event sollte es einen minutengenauen Ablaufplan geben. Das gibt den Beteiligten Sicherheit und verhindert ein Ausufern der Veranstaltung.

Fazit: Eine digitale Pressekonferenz ermöglicht die passende Plattform für besondere Unternehmensneuigkeiten und den persönlichen Austausch mit Journalisten in der aktuellen Zeit. Unabhängig von der Corona Pandemie wird durch den Entfall von Reisekosten und Zeitaufwand in Redaktionen eine weitaus höhere Reichweite als bei Präsenzterminen geschaffen. Aber auch ein digitales Live-Event bedeutet eine Menge personellen und finanziellen Aufwand – und sollte einer Kosten-Nutzen-Abwägung unterzogen werden.

 

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